Presseinterview mit Mike Bertsch, Geschäftsführer B&B Technik + Events

Warum sich nachhaltiges Wirtschaften lohnt und gutes Benehmen Pflicht ist

Herr Bertsch, Sie haben Ihr Unternehmen von Green Globe zertifizieren lassen. Warum?

Mike Bertsch: Uns war es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und damit auch die gesamte Branche zu mehr Engagement in Sachen Umweltbewusstsein voranzutreiben. Wir sind die ersten in unserem Segment, und das macht uns auch ein wenig stolz. Wir wollen zeigen, dass Umweltbewusstsein auch in sehr technikaffinen Bereichen eine Rolle spielen sollte. Wir planen und realisieren große Events mit vielen technischen Finessen und hohem Aufwand. Der ökologische Fußabdruck entsteht allerdings nicht nur durch die Veranstaltung an sich, sondern auch durch diejenigen, die im Hintergrund wirtschaften. Also uns. Auch daran sollte jeder Unternehmer denken und entsprechende Maßnahmen einführen. Zwar können wir nicht von jetzt auf gleich die ganze Veranstaltungstechnik über Bord werfen und nur noch bei Kerzenschein sitzen. Aber wir sollten uns alle bemühen, in dem von uns beeinflussbaren Rahmen und mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln unseren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Was hatte die Zertifizierung von Green Globe für konkrete Konsequenzen für Ihr Unternehmen? Und wie läuft ein solcher Prozess ab?

 Mike Bertsch: Zunächst bekamen wir eine lange Liste mit Zertfizierungkriterien von Futour Tourismusberatung, der offiziellen Zertifizierungsstelle in Deutschland. Diese Liste machte uns klar, was wir alles ändern müssen. Und das es hier um Details geht und nicht nur um eine bloße Willensbekundung. Selbstverständlich sind wir alle begeistert von der Idee und auch die Mitarbeiter unterstützen meinen grünen Ansatz. Auch wenn es eine Weile gebraucht hat, um alle Richtlinien und Bestimmungen zu verinnerlichen.

Die Green Globe Zertifizierung erstreckt sich allerdings nicht nur auf den Umweltaspekt, sondern bezieht auch bestimmte Teile des Personalmanagement mit ein. Es geht also nicht nur darum, wenig Müll und CO2 zu produzieren und das richtige Spülmittel zu benutzen, sondern auch um Dinge wie Gleichberechtigung und ethische Vorschriften für Management und Personal.

Des Weiteren haben wir haben unseren gesamten Fuhrpark mit einem Eco-Drive-Steuerungssystem ausgestattet, welches unter anderem die Fahrer durch einen Drehzahlbegrenzer dazu zwingt, früher zu schalten. Unser erklärtes Ziel ist es, im Jahr 2010 alle bisher angestoßen Maßnahmen weiter umzusetzen und zu vertiefen. In den kommenden Jahren werden wir immer weiter daran arbeiten unsere Klimabilanz zu verbessern.

Mir persönlich ist wichtig ein Zeichen bezüglich Umweltbewusstsein für die Branche zu setzen und ich übernehme gerne die Vorreiterfunktion. Gerade in einer stark techniklastigen Branche wird Umweltverträglichkeit eine immer größere Rolle spielen.

 Und was haben Ihre Kunden davon?

 Mike Bertsch: Wir merken, dass unsere Einstellung zum Umweltschutz von den Kunden sehr gut angenommen und begrüßt wird. Nicht zuletzt aus dem Grund, dass sie über eine Zusammenarbeit mit uns etwas für den Umweltschutz tun und sich sicher sein können, dass nicht mehr Energie als nötig genutzt wird. Es hat ja schließlich auch finanzielle Vorteile, wenn weniger Benzin oder Strom verbraucht wird. Immer mehr Unternehmen achten auf ihren ökologischen Fußabdruck. Sie sind dankbar, dass wir als ausführende Dienstleister sie dabei mit unserer eigenen kontrollierten Klimabilanz unterstützen. Mir liegt viel daran, unser Angebot immer weiter zu entwickeln, besser zu machen und voranzutreiben. Wir setzen uns aktiv für den Umweltschutz ein. Das können unsere Kunden letztendlich auch für Ihre Außendarstellung und Kommunikation nutzen.

Kundenorientierung ist Ihnen also wichtig?

 Mike Bertsch: Ja, das war vor der Green Globe Zertifizierung so und so wird es auch bleiben. Kundenorientierung ist das A und O. Ich selbst würde mir bei anderen Dienstleister manchmal mehr davon wünschen. Wir sind 24 Stunden und sieben Tage die Woche für unsere Kunden da. Das wissen unsere Kunden zu schätzen.

Ein anderer weiterer Punkt ist, dass alle unsere Mitarbeiter fließend englisch sprechen. Mittlerweile ist das sehr wichtig, gerade bei Veranstaltungen im Ausland. Denn wenn der Techniker nicht versteht, was der Kunde möchte oder es tauschen gar Problem während einer Veranstaltung auf, ist ein sprachliches Verständigungsproblem das letzte was man braucht. Die Erfahrungen unserer Kunden bestätigen das und machen deutlich, dass mit dem internationalen Geschäft auch die Anforderungen steigen. Darauf muss man reagieren und sich an die Ansprüche der Kunden anpassen. Wer das nicht tut, verliert schnell den Anschluss.

Mittlerweile zahlen die Kunden bei uns auch keine Übernachtungskosten für unsere Techniker mehr, dass verschafft uns einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil. Unsere Arbeit und die Technik stehen eindeutig im Mittelpunkt und das wissen viele zu schätzen.

Ihre Auszubildenden besuchen alle ein Knigge-Seminar. Reicht die gute Kinderstube nicht mehr aus?

Mike Bertsch: Gute Frage. In den meisten Fällen reicht die Kinderstube wohl aus. Zumindest für das Mindestmaß an Benehmen und Etikette.

Mit unserer „Knigge-Pflicht“ bekommen alle das gleiche Know-how in Sachen Auftreten. Ich möchte damit allen Mitarbeitern von Beginn an klar machen, dass ein höflicher Umgangston und Manieren bei B&B Technik + Events einen hohen Stellenwert haben.

Das mag sich für den ein oder anderen Teenager mit Ausbildungsambitionen altbacken und anstrengend anhören, oder?

Mike Bertsch: Im ersten Moment schon, da viele junge Menschen keine Vorstellung von der Vielfältigkeit  des Berufes eines Veranstaltungstechnikers haben. Wir arbeiten aber hauptsächlich bei hochrangigen Veranstaltungen in verschiedenen Bereichen wie Pharma, Medizin und Politik. Schon allein das lässt ein zu lässiges Auftreten nicht zu. Wer beim Veranstaltungstechniker das Leben eines typischen Roadies vor Augen hat, ist bei uns auf jeden Fall nicht richtig aufgehoben.

Es wird den meisten aber schnell klar, dass ein respektvoller und höflicher Umgang das berufliche wie auch das private Miteinander deutlich angenehmer macht. Das Wissen über die Do’s und die Don’ts des gesellschaftlichen Zusammenseins erspart einem unangenehme Fettnäpfchen. Abgesehen davon sind alle Mitarbeiter für mich Visitenkarten des Unternehmens. Diesbezüglich bin ich ehrlich gesagt pingelig und möchte, dass wir alle sowohl äußerlich als auch mit höflichem Auftreten, einen guten Eindruck hinterlassen.

Sie haben sehr jung Verantwortung für ein eigenes Unternehmen übernommen. Mittlerweile sind Sie ein erfolgreicher Unternehmer. Schildern Sie kurz Ihren Weg.

Mike Bertsch: Ich bin gelernter Hotelfachmann. Nach meiner Ausbildung habe ich in der Konferenzabteilung eines 4-Sterne-Hotels gearbeitet. Dort wollten sich die viele Verleiher von Veranstaltungstechnik, die wir für unsere Konferenzen buchten, nicht an die Öffnungszeiten des Hotels anpassen. Probleme waren vorprogrammiert und meine Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen, was diese Dienstleistung erbringt, war geboren.

Schon im ersten Jahr wusste ich, dass ich mit meinem 24-7-Angebot voll ins Schwarze getroffen hatte. Auf meiner Kundenliste standen Häuser wie Steigenberger, Marriot und Maritim. Ich habe mir bis heute mein Gespür für die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden bewahrt und richte unsere Dienstleistungen immer wieder daran aus. Ich bin sicher, dass macht unseren Erfolg aus.

Was macht den Beruf des Veranstaltungstechnikers so interessant?

Mike Bertsch: Der Beruf des Veranstaltungstechnikers ist sehr spannend auf Grund der technischen Vielfalt und den ständigen Neuerungen. Außerdem erhält man Einblick in Veranstaltungen, die meistens der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Das Beste aus meiner Sicht ist, dass man viele Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen kennen lernt. So viele wie kaum in einem anderen Beruf. Wenn man dann noch gerne reist, dann ist dies ein wahrer Traumjob.

Was muss man mitbringen, wenn man sich am Markt gegen die Konkurrenz behaupten möchte?

Mike Bertsch: Vor allem Ideenreichtum, neue Konzeptideen und Spaß am Job. Man muss über den Tellerrand schauen und sich immer wieder fragen, was besser gemacht werden kann und wie die Kundenwünsche kurz-, mittel- und langfristig aussehen könnten. Wichtig ist für mich vor allem, Marktlücken und Nischen rechtzeitig zu erkennen. Ich möchte meinen Mitwettbewerbern immer einen Schritt voraus sein.

 

 

 

 

 

 

 

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